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Die Oder im Oderbruch im Juni 2015

Wenn ich meine Familienangehörigen in Brandenburg besuche, nutze ich anschließend gerne die Gelegenheit, um im Oderbruch zwischen dem Ort Lebus und dem Küstriner Vorland mit der Fliegenrute im Oderfluss zu fischen.
Ende Juni 2015 war es wieder soweit und ich konnte den Verwandtenbesuch mit dem Fliegenfischen in der Oder verbinden.
Ausgerüstet mit einer 8er Fliegenrute für Raubfische und eine 5er Fliegenrute für Weißfische suchte ich mir zum Fischen eines der zahlreichen und viel versprechenden Buhnenfelder aus.
Da ich bereits wusste, dass in der Oder viele Rapfen vorkommen, war es mein primäres Ziel und mein großer Wunsch, einen dieser kampfstarken Fische mit dem Streamer zu fangen.
Bei meiner Ankunft am Wasser waren bereits stattliche Rapfen jagend auszumachen. Die Fische schlugen an der Strömungskante und im Buhnenkessel lautstark an der Wasseroberfläche und trieben meinen Blutdruck in die Höhe.
Ausdauernd probierte ich verschiedene Streamer in allen Größen und Farben, auch Oberflächenmuster, aber alle Fliegen brachten keinen Erfolg. Ich war ratlos!

Der mangelnde Fangerfolg auf die schnellen Räuber enttäuschte mich etwas und ernüchtert wechselte ich zur 5er Rute und band eine große Trockenfliege ans feine Vorfach.
„Wenn schon kein Rapfen zu betören ist, so soll zumindest der Fang eines anderen Weißfisches möglich sein“ dachte ich hoffend.
Also servierte ich meine Fliege an der inneren Strömungskante des Buhnenkopfes entlang und es dauerte auch nicht lange, bis der erste Biss erfolgte. Ein schöner Döbel mit roten Flossen war von meiner Fliege absolut überzeugt und konnte nach kurzem aber heftigem Drill über den Kescher geführt werden. Es folgten weitere Döbel in unterschiedlichen Größen, die alle meine bewährte Humphy in Hakengröße 10 bedenkenlos nahmen und für kurzweiliges Fliegenfischen sorgten.

Döbel aus der Oder

Döbel aus der Oder

Weil nach einer gewissen Zeit die Fänge auf die schlauen Döbel deutlich nachließen, änderte ich meine Taktik und bot die Fliege in der schnelleren Hauptströmung an. Tatsächlich, es funktionierte, die Fliege verschwand prompt in einem kleinen Schwall.
Mein Anhieb kam direkt und der gehakte Fisch flüchtete mit hohem Tempo flussabwärts. Zunächst dachte ich an einen kapitalen Döbel, aber das ungewohnte Verhalten im Drill und das wilde Kopfschlagen des Fisches ließen Zweifel aufkommen und eine andere Fischart erahnen.
„Sollte es sich etwa um einen Rapfen handeln?“ überlegte ich fragend. „Aber nein, das kann doch nicht sein“, dachte ich, „Rapfen nehmen doch keine Trockenfliegen, es sind doch ausschließlich Fische jagende Räuber!“
Nach einer weiteren rasanten Flucht in die Strömungsmitte, konnte ich den Fisch vorsichtig ins ruhige Wasser des Buhnenkessels bugsieren. Aber hier gab er sich noch längst nicht geschlagen. Mit einer letzten vehement ausgeführten Wendung, bei der er seine silberblanke Seitenfläche im bräunlichen Oderwasser deutlich zeigte, nahm er Schnur von der leicht eingestellten Fliegenrolle. Jetzt bestand keine Ungewissheit mehr, es war tatsächlich ein Rapfen. „Das gibt`s doch nicht, ein Rapfen auf Trockenfliege!“ rief ich voller freudiger Verwunderung.
Behutsam konnte ich den Fisch in meinen langstieligen großen Kescher dirigieren und meinen ersten gefangenen Rapfen bewundern.

Mein erster Rapfen!

Mein erster Rapfen!

Ja, manchmal benötigt man sehr viel Glück, um seinen erträumten Fisch zu fangen. Petrus sei Dank!

Liebe Grüße von Günni

Impressionen aus dem Oderbruch


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