Unterwegs

Allgemein

Falster und Møn im Frühjahr 2011

-Ein Reise- und Erlebnisbericht-

Nach dem wir in den vergangenen Jahren verschiedene Küstenreviere in Süd- und Mitteljütland, Fünen, Langeland und Südschweden zum Fliegenfischen auf Meerforellen besucht hatten, wollten meine Frau Gisela und ich in diesem Frühjahr unseren Urlaub mit dem Wohnmobil auf den dänischen Inseln Falster und Møn verbringen.

Fahrt mit der Fähre

Über das Internet buchten wir rechtzeitig die Schiffspassage auf der sog. Vogelfluglinie über den 18 km breiten Fehmarnbelt vom Hafen Puttgarden auf Fehmarn nach Rødby-Havn auf Lolland mit den Fährschiffen der Scandlines.

Wir hatten für unseren Urlaub genügend Zeit eingeplant, um verschiedene Angelplätze und Sehenswürdigkeiten der beiden Inseln ausgiebig zu erkunden.
Bei unserer Ankunft in Puttgarden bei strahlendem Sonnenschein empfing uns ein heftiger, kalter Wind aus östlichen Richtungen und zwang uns, unsere dicken Jacken überzuziehen. Von Frühlingstemperaturen war an der Küste noch nichts zu spüren.
Die Überfahrt mit der Fähre gestaltete sich kurzweilig und interessant und ließ ein erstes „Urlaubsfeeling“ aufkommen.

Da der anhaltend starke Ostwind ein Fliegenfischen an den von uns zunächst anvisierten Angelstellen im Osten der Inseln Falster und Møn unmöglich machte, besuchten wir zuerst die im Westen von Falster gelegenen Angelstellen am Guldborg Sund.

Unsere Wahl fiel auf eine kleine Landzunge in der Nähe des Ortes Alstrup im Nordwesten Falsters.

Alstrup Rev am Guldborg Sund / Falster

Alstrup Rev am Guldborg Sund / Falster

Erste Meerforelle

Gegen Nachmittag erreichten wir unser Ziel und schnell waren die Fliegenruten montiert und die Watbekleidung angezogen. Weil die Erfolg versprechenden Tangfelder und eine Tiefenlinie des Sundes recht weit vom Strand entfernt verliefen, war weites Waten im relativ flachen Wasser notwendig. Mit Unterstützung des heftigen Rückenwindes erzielten wir entsprechende Wurfweiten, um die angepeilten fangträchtigen Plätze zu erreichen. Bei jedem Einstrippen der Fliegenschnur hofften wir auf den Anbiss des ersten Fisches auf unsere Garnelenfliegen.

Kurz vor dem Einbruch der Dunkelheit straffte sich Giselas Schnur und die erste Meerforelle konnte gekeschert werden.

Am nächsten Morgen unternahmen wir einen Bummel durch das hübsche Städtchen Nykøbing, um im Touristenbüro Informationsmaterial zu holen, ein Eis zu essen und Dänenkronen bei einer Bank abzuheben.

Nykøbing / Falster

Nykøbing / Falster

Danach ging es zum nächsten Angelplatz am Guldborg Sund. Dieses Mal suchten wir uns die schmale Sundpassage bei den kleinen Inseln Flatø und Kalvø in der Nähe des Dorfes Hasselø aus.

Sundpassage bei Hasselø / Falster

Sundpassage bei Hasselø / Falster

Hier war der Untergrund sandig und nur mit einzelnen, lichten Tangfeldern und Steinen versehen. Da diese Gebiete bei der herrschenden intensiven Sonnenstrahlung tagsüber eher nicht von Meerforellen aufgesucht werden und die tieferen, strömungsreicheren Bereiche mit den Mitteln der Fliegenfischerei nicht zu erreichen waren, konnte eine Meerforelle an diesem Tag nicht gefangen werden.

Am nächsten Tag ließ der starke Ostwind ein wenig nach und drehte leicht in nordöstliche Richtungen. Wir entschieden uns daher, Dänemarks südlichsten Punkt, die Gedser Odde mit ihrer schönen Steilküste, zu besuchen.
An ein Fischen bei dem mäßigen Wind und dadurch bedingter Eintrübung des Wassers im Uferbereich war leider nicht zu denken. Wir unternahmen daher eine ausgedehnte Wanderung über die Steilküste und entlang des Strandes.

Gedser Odde / Falster


Nachmittags suchten wir die im Windschatten westlich gelegene Landspitze, die sich zwischen dem Fähr- und Yachthafen befindet, zum Fliegenfischen auf.
Hier verläuft zwischen Falster und der großen Sandbank „Rødsand“ eine ufernahe tiefe Rinne mit stark strömendem Wasser. Nördlich hiervon wird das Wasser ruhiger und flacher und einige Tangfelder laden dort zum Fliegenfischen ein.

Landspitze beim Hafen Gedser - Kroghage


Meerforelle von Kroghage

Wir warfen zunächst die erreichbaren Tangfelder mit unseren Fliegen an und versuchten anschließend unser Glück im Bereich der starken Strömungen. Durch den hohen Strömungsdruck genügte es, die Garnelenimitationen nach dem Auswerfen ohne große Bewegungsimpulse im klassischen „Wet Fly Swing“ herumdriften zu lassen.
Schon nach dem ersten Swing erfolgte ein zarter Biss einer Meerforelle. Leider kam der Fisch nach kurzem Drill vom Haken frei.
Jeder erneuter Wurf brachte in den nächsten Minuten eine Bissattacke auf die treibende Fliege. Nach der Landung von zwei schönen Meerforellen war der „Spuk“ allerdings vorbei und es bissen keine weiteren Fische mehr an.
Auf diese Art mit der Fliege im Meer zu fischen, war für uns eine ganz neue und interessante Erfahrung.

Da der Wetterbericht für die kommenden Tage eine Drehung des Windes auf westliche Richtungen prognostizierte, setzten wir am nächsten Morgen unsere Reise zu den Fanggebieten in den Nordwesten der Insel Falster fort.
Hier wollten wir unbedingt die reizvollen Küstenabschnitte am Korselitse Skov besuchen. Das ausgedehnte Waldgebiet, deren hohe Buchen teils direkt bis an die oft senkrecht aufragenden Steilküsten heranreichen, ist beeindruckend und bildet in der Einheit mit dem kleinen, romantischen Fischerdorf Hasnæs mit seinen alten reetgedeckten Häusern eine landschaftlich stimmungsvolle Kulisse.

Tromnæs am Korselitse Skov / Falster

Tromnæs am Korselitse Skov / Falster

Tromnæs am Korselitse Skov / Falster

Tromnæs am Korselitse Skov / Falster

Unsere Tagestour, die uns auch an weiteren Spitzenangelplätzen Falsters (Pomlenakke, Skansen, Stubbehage, Hestehoved u.a.), vorbeiführte, hat uns mit ihrer ursprünglichen Natur sehr gefallen und beeindruckt.
Leider konnten wir die Untergrundbeschaffenheit dieser Angelplätze nicht erkennen und beurteilen, weil auflandiger Wind das Wasser im Uferbereich teils eingetrübt hatte. Auch hier war aus diesem Grunde eine Fischerei an diesen schönen Küstenabschnitten bedauerlicherweise nicht möglich.

Pomlenakke am Korselitse Skov/ Falster

Pomlenakke am Korselitse Skov/ Falster

Pomlenakke am Korselitse Skov / Falster

Pomlenakke am Korselitse Skov / Falster

Weiter ging unsere Reise am nächsten Morgen über den Farø- und Bogø-Damm zur Insel Møn.
Durch Møns „Hauptstadt“ Stege fuhren wir weiter durch den kleinen Ort Borre zur Küste nach Pomlerende. Auf einem im Wald gelegenen, urtümlichen Naturcampingplatz oberhalb der Steilküste fanden wir unser neues Quartier.

Campen in schöner Natur / Møn

Campen in schöner Natur / Møn

Von hier aus erreichten wir in kurzer Zeit über eine steile, einfache Treppe den Weg zum Meer. Überall fanden sich Steinriffe und mehrere Tangfelder im Wasser und bewirkten im Zusammenhang mit tiefem Wasser und Strömungen ideale Bedingungen für den Aufenthalt von Meerforellen.

Pomlerende / Møn

Pomlerende / Møn

Gisela in Pomlerende / Møn

Gisela in Pomlerende / Møn

Ein erster Angelversuch mit der Fliegenrute bei leicht „angestaubtem“, 10 Grad kaltem Wasser und mäßigem Südwestwind brachte gegen Abend eine schöne Meerforelle an die Garnelenfliege.
Am anderen Tag blieben wir leider ohne Anglerglück.
Einem anwesenden dänischen Spinnfischer gelang hingegen mit einem schlanken Blinker der Fang eines kapitalen Meerforellenmilchners von 80 cm Länge und einem geschätzten Gewicht von 7 bis 8 kg!

80 cm langer Meerforellenmilchner

80 cm langer Meerforellenmilchner

Unsere weiteren Angeltrips mit der Fliegenrute an diesem attraktiven Angelplatz in Pomlerende an verschiedenen Tagen waren leider nicht sehr erfolgreich.

Auch Abstecher zum Fliegenfischen nach Møns Fyr und zur Store Klint mit ihren bizarren Kreidefelsen brachten keine nennenswerten Fangergebnisse.

Møns Klint

Møns Klint

Da der Wind wieder auf nordöstliche Richtungen drehte und somit Møns beste „Meerforellenstrände“ an den steilen Küsten im Osten und Südosten mit der Fliege nicht befischbar wurden, unternahmen wir als lohnendes Alternativprogramm ausgedehnte Wanderungen zu den imposanten Kreidefelsen, zum Schlosspark Liselund und durch den Ulvshale Urwald.

Møns Klint

Møns Klint

Møns Klint

Møns Klint

Møns Klint

Møns Klint

Zum zwischenzeitlichen Fliegenfischen im Windschatten suchten wir die im Süden Møns gelegenen Angelstellen bei Råbylille Strand, Rytzebæk und Harbølle Pynt auf.

Råbylille Strand und Rytzebæk Strand auf Møn


Hier sorgten die gegenwärtigen Hornhechte für Kurzweil und einige der grüngrätigen Fische fanden den Weg in unsere Küche.

Hornhechte von Hårbølle Pynt / Møn

Hornhechte von Hårbølle Pynt / Møn

Fazit:

Insgesamt gesehen war die Fliegenfischerei auf Meerforellen auf den Inseln Falster und Møn im Frühjahr 2011 eher unterdurchschnittlich.
Wir führten dieses auf den kalten und langen Winter in Dänemark zurück.

Es kann sicher davon ausgegangen werden, dass das Vorkommen an kleinen Nahrungstierchen wie Garnelen, Tangläufern, Stichlingen etc. im flacheren Uferbereich nach der langen winterlichen Kälteperiode noch nicht optimal war und die Meerforellen in den tieferen Bereichen der Ostsee ihr Futter suchten.

Untermauert wird diese These auch dadurch, dass wir in den zwei Wochen unseres Urlaubes viele Spinnfischer am Strand gesehen haben, die mit weiten Würfen in tieferes Wasser ihr Glück versuchten.
Aber selbst die Spinnfischer berichteten über eher schlechte Fangergebnisse. Ein dänischer Angler erzählte uns auf dem Parkplatz des Leuchtturmes Møns Fyr, dass er bisher in den letzten vier Wochen lediglich 3 Meerforellen auf seine Blinker fangen konnte, obwohl er jeden Tag gefischt hat! Er fand dieses Ergebnis sehr ungewöhnlich und führte seine Misserfolge ebenfalls auf den voraus gegangenen harten Winter zurück.

Ein weiterer Grund war sicherlich auch der in unserer Urlaubszeit oft vorherrschende östliche Wind, welcher an vielen der besten Angelstrände für lehm- oder kalkbedingte Eintrübungen sorgte, so dass an ein erfolgreiches Fliegenfischen hier nicht zu denken war.

Ich meine, dass Falster und Møn den Fliegenfischern zu einer anderen Zeit bei besseren Wetter- und Windbedingungen ein interessantes Betätigungsfeld bieten können. Aussichtsreiches Fliegenfischen dürfte auch in der warmen Jahreszeit möglich sein, wenn die Meerforellen abends dicht unter Land kommen oder die kühlen Strömungen der Sunde aufsuchen.

Trotz unserer relativ mäßigen Fangerfolge beim Fliegenfischen war unser Urlaub auf Falster und Møn ein tolles, gelungenes Erlebnis, denn wir fanden wunderschöne natürliche Landschaften und Strände, beschauliche Orte, absolute Ruhe und Einsamkeit und viel Entspannung und Erholung bei traumhaftem Wetter vor.

Hinweis: Weitere Fotos von Falster und Møn finden Sie in der Bildergalerie !