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Fliegenfischen auf Meerforellen im Frühjahr 2010

Nach dem langen und kalten Winter 2009 / 2010 mit Minustemperaturen und Eisgang an der Ostseeküste, beschlossen meine Frau Gisela und ich unsere alljährliche Frühjahrsreise zum Fliegenfischen auf Meerforellen an Dänemarks südlichen Ostseestränden eine Woche später als zunächst geplant anzutreten.
So fuhren wir mit unserem neuen Wohnmobil Ende April wie immer frohgelaunt und voller Vorfreude auf erholsame Urlaubstage und den Fang schöner Meerforellen gen Norden.

Am 21. April erreichten wir unser Urlaubsziel und mussten feststellen, dass anscheinend der Frühling noch nicht Einzug ins Land gehalten hatte, denn die Lufttemperatur betrug 4 Grad Celsius. Die Temperatur fühlte sich bei einem frischen Wind aus nordwestlichen Richtungen aber deutlich niedriger an.
Zudem zeigte sich der April von seiner sprichwörtlich eigenwilligen Seite, denn immer wieder wechselten sich peitschende Regen- Hagel- und Schneeschauer mit sonnigen Abschnitten ab.

Bei diesen klimatischen Verhältnissen viel es uns nicht leicht, das warme Auto zu verlassen, um die ausgewählten Angelplätze aufzusuchen.
Versehen mit mehreren Schichten Funktionsbekleidung versuchten wir der Kälte zu trotzen und stiegen in das 7 Grad kühle Nass. Mit Elan, Zuversicht und Ausdauer brachten wir unsere Garnelenfliegen aus und hofften auf den ersten Biss einer schönen Meerforelle.

Tangläufer und Garnelen waren im klaren Wasser nur vereinzelt auszumachen. Ab und zu flüchtete beim Waten eine aufgescheuchte Sandgrundel ins schützende Tangfeld.
Ein Seehund schaute uns aus sicherer Entfernung beim Werfen zu. Er hoffte wohl auf eine leicht zu erhaschende Beute an unserer Fliegerute.

Endlich, gegen 13.30 Uhr der erste Biss auf meine Fliege. Eine gut genährte silberblanke Meerforelle von 45 cm Länge fand den Weg in meinen Kescher und anschließend in die Küche.

Dass wir mit unserer Fliegenwahl richtig lagen, zeigte beim Ausnehmen des Fisches sein Mageninhalt. Er bestand ausschließlich aus kleinen Garnelen.
Auch andere Meerforellen, die wir in der kommenden Woche fingen und entnahmen, hatten überwiegend Garnelen auf ihrem Speiseplan.


Täglich wechselnde Winde aus unterschiedlichen Richtungen brachten keine Kontinuität bei der Wahl unserer Angelstellen. Anfangs waren wir ständig mit Hilfe unseres Kompasses und der topografischen Landkarte auf der Suche nach neuen Gebieten, die wir mit Fliegengerät bei den jeweils herrschenden Windverhältnissen befischen konnten.
Dieses Wetter schien auch den Appetit der Meerforellen nicht zu fördern und die Bisse blieben aus oder erfolgten sehr zaghaft.

Ende April wurden die Bedingungen deutlich besser. Ein leichter Wind aus Südwest und Sonnenschein schickte etwas Wärme und erleichterten uns das Fliegenfischen und den Aufenthalt am Strand deutlich. Die Lufttemperaturen schwankten nun zwischen 11 und 16 Grad Celsius und in Folge stieg auch die Wassertemperatur im Uferbereich auf durchschnittlich 9 Grad an.
Diese beständige Wetterlage brachte eine Verbesserung der Fangausbeute. Schöne Fische nahmen vehement die Fliegen und beschwerten uns viel Kurzweil am Wasser.



Am 26. April gegen 13.00 Uhr bekam ich den Anbiss eines starken Fisches auf meine 5er SAGE XP 9.6 ft. Fliegenrute.
Mit enormer Kraft stemmte er sich gegen den Widerstand der Rollenbremse, die bei einer langen Flucht des Fisches ihr schönstes Lied sang.
Mehrmals sprang der Fisch aus dem Wasser und beim Anblick seiner breiten Flanke und der großen Schwanzflosse pochte mein Herz kräftig und brachte mir einen mächtigen Adrenalinschub.
Nach endlos langen Minuten konnte ich den Fisch über den Kescherrand ziehen. Die Freude über den Fang dieses nicht alltäglichen Fisches war groß und wurde am Abend mit einer Flasche Rotwein gebührend gefeiert.

Günni mit 70 cm langer Meerforelle

Günni mit 70 cm langer Meerforelle

Meerforelle mit einer Länge von genau 70 cm

Meerforelle mit einer Länge von genau 70 cm

Trotz des doch recht unbeständigen und kalten Wetters konnten wir mir unseren Fängen sehr zufrieden sein.
Wichtig war für uns aber nicht nur das messbare Fangergebnis, sondern der Aufenthalt in der schönen Natur und die sagenhafte Ruhe, Entspannung, Freude und Erholung, die wir beim Fliegenfischen auf Meerforellen fanden.