Unterwegs

Allgemein

Weißfische mit der Fliege

Seen in Brandenburg im September 2013

Immer wenn ich meinen Sohn Jörg in Brandenburg besuche, nehme ich mir die Zeit, den Fischen in den klaren See der Region mit der Fliege nachzustellen.
Bisher angelte ich dort vom Boot oder Belly-Boat mit dem Streamer auf die Raubfische Hecht und Barsch, die in guten Stückzahlen und Größen in den Seen vorkommen.

Bei meinen Bootstouren durch die Buchten des Sees bemerkte ich oft, dass Fische begierig Insekten von der Wasseroberfläche aufnahmen.
Bei näherem Beobachten konnte ich feststellen, das eine Vielzahl von kleinen gelblich gefärbten Eintagsfliegen-Duns auf dem Wasser trieben.

Zunächst wusste ich nicht, welche Fischarten sich so intensiv an der schwimmenden Nahrungsquelle bedienten.
Forellen konnten es nicht sein, denn diese sind in den dortigen Seen nicht heimisch.
Vielleicht waren es kleine Maränen, die im See große Populationen bilden?
Nein, das konnte nicht möglich sein, denn die gesichteten Fische hatten einen ziemlich hohen Körper und manchmal erkannte ich bei buckelnden Fischen, eine goldgelbe Flanke.
So tippte ich auf Rotfedern oder Rotaugen, die im See zahlreich vorkommen.
Aber konnte es tatsächlich denkbar sein, dass diese Weißfische, die sich überwiegend in der Nähe des Grundes und im Mittelwasser aufhalten, so ausgeprägt nach Oberflächennahrung steigen?

„Klar! Warum sollten sich die Fische diese leicht zu erbeutenden Happen entgehen lassen?!“ überlegte ich unbeirrt.

Meine Neugierde und mein Ansporn wurden geweckt!
Bei meinem nächsten Angeltag nahm ich die 5er Fliegenrute mit ins Boot. Zusätzlich ausgerüstet mit einer Rolle, DT-Schnur, langen Vorfächern, entsprechenden Trocken- und Nassfliegen und einem Schonkescher konnte das Experiment „Fliegenfischen auf Weißfische“ beginnen.

„Hoffentlich erlebe ich heute wieder einen guten Insektenschlupf und darauf reagierende Fische“ dachte ich optimistisch, während ich mit dem Boot entlang der Uferkante des Sees ruderte.
In einer kleinen Bucht bemerkte ich die Ringe der ersten steigenden Fische, die mein „Fliegenfischerherz“ sofort höher schlagen ließen.

Immer mehr aktive Fische zeigten sich und durchbrachen zuweilen hektisch den Wasserspiegel auf der Suche nach Nahrung.
Genau konnte ich nicht erkennen, ob die Fische bereits die Aufsteiger oder die auf dem Wasserspiegel sitzenden Duns erbeuteten.

Ich entschied mich daher, es vorerst mit einer widerhakenlosen Nassfliege mit gelbem Körper und braunen Flügelsegmenten (engl. Muster „Invicta“) zu versuchen.
Die Fliege legte ich in die Nähe der ausgemachten Fische ab, wartete einen Moment und zupfte die Fliege unterhalb der Wasseroberfläche durch achtförmiges Bündeln der Fliegenschnur in der Hand heran.
Bereits nach kurzem Einstrippen der Schnur spürte ich einen kleinen Widerstand – ja, die Fliege wurde genommen!!
Wenig später konnte ich mein erstes Rotauge in den bereit gehaltenen Kescher führen.
Dem schönen Fisch folgten weitere Rotaugen in unterschiedlichen Größen. Zu ihnen gesellten sich noch Rotfedern und Lauben, die neben den Nassfliegen auch versuchsweise angebotene Trockenfliegen nicht ignorierten.

Über den gelungenen Fang und den hübschen Anblick dieser Weißfische mit ihren silber- oder goldfarbenen Schuppenkleidern freute ich mich sehr.

Die interessante Fliegenfischerei auf Weißfische bescherte mir an diesem Tag ein spannendes, kurzweiliges Erlebnis und bestärkte mich einmal mehr in meiner Auffassung, dass der Reiz des Fliegenfischens auch in seiner absoluten Vielfältigkeit liegt.

Weißfische aus Seen in Brandenburg


Großes Rotauge nahm eine Nymphe

Großes Rotauge nahm eine Nymphe

Weitere Fotos über die Fischerei auf Weißfische in den Seen in Brandenburg finden Sie in der Fotogalerie hier !