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Seen in Brandenburg

Mein Sohn Jörg ist diplomierter Biologe und mit Gewässerforschungsarbeiten an den Seen im Naturpark Stechlin-Ruppiner-Land betraut.

An den Ufern der vielen Seen des großen Naturschutzgebietes treffen wir auf Fischotter, Biber, Sumpfschildkröte, Eisvogel, die Große Rohrdommel, Haubentaucher, Schellente und Fisch- und Seeadler.

Jörg erzählte mir öfter von guten Angelmöglichkeiten an den naturnahen Seen.
Was lag also näher, als einen Besuch zu meinem Sohn mit einem Angelausflug an diese schönen Seen zu verbinden.

So machten wir uns auf den Weg nach Brandenburg, um mit Sohn Jörg gemeinsam einige Tage beim Fischen zu verbringen.

Natürlich wollten wir ausschließlich die Methoden der Fliegenfischerei an diesen herrlichen Seen ausüben, denn die Pirsch mit der Fliege auf Hecht, Barsch, Rotfeder, Rotauge etc. im Stillwasser ist immer für uns eine besondere Herausforderung.

Ausgerüstet mit Hecht- und Barschstreamern und entsprechenden Fliegenruten und Equipment fuhren Jörg und ich am ersten Angeltag zuversichtlich mit dem Angelboot auf einen klaren See hinaus. Im sichtigen Wasser konnten wir in einer Bucht zwischen Schilffeldern eine Schule Barsche ausmachen.
Wir boten ihnen dunkle „Wooly-Bugger“ an der Intermediate-Schnur an und konnten auf diese Weise die ersten Barsche fangen.


Selbst ein vorwitziger kleiner Hecht fand die angebotene Fliege anscheinend äußerst attraktiv und griff den kleinen Streamer stürmisch an.

Kleiner Hecht und "Großer Hecht"

Kleiner Hecht und "Großer Hecht"

Die folgenden Tage wollten wir vom Belly-Boat bzw. Pontoon-Boat in den umliegenden Seen vor allem den Hechten mit großen Streamern nachstellen.
Im Wasser liegende abgestorbene Bäume, Schilf- und Röhrichtgürtel und ein enormer Unterwasserpflanzenbewuchs, insbesondere aus Horn- und Tausendblatt, Laichkraut, Krebsscheren, Wasserschlauch u. a. bestehend, bieten Hecht und Barsch einen idealen Lebensraum.

Hecht- und Barschrevier

Hecht- und Barschrevier

Unsere Taktik zum Fang der Raubfische bestand darin, die Streamer an der Sinkschnur möglichst zwischen die Krautfelder zu platzieren und über die teils dichten Wasserpflanzen zu führen. Auch ein Wurf direkt vor die Schilfgürtel sollte den erhofften Erfolg bringen.

Revier für Hechte, Barsche und Friedfische

Tatsächlich ließen sich einige Hechte nicht lange bitten und attackieren vehement unsere Streamer. Mit spektakulären Sprüngen wehrten sie sich gegen den Zug der Leine und boten aufregende Drillerlebnisse.

Freude über einen schönen Hecht

Freude über einen schönen Hecht


Zwischen tiefem und flacherem Wasser patrouillierten Barsche hin und her.
In den flacheren mit Schilf bewachsenen Seebereichen und inmitten des Pflanzendickichts konnten wir, wie in einem großen Aquarium, Rotfedern und Rotaugen ausmachen und beobachten. Schnell war die 6er Rute mit einer Schwimmschnur montiert und eine Nassfliege ans lange Vorfach gebunden. Mit leichtem Wurf setzte ich die Fliege unauffällig zwischen die Weißfische und holte die Fliegenschnur durch achtförmiges Bündeln in der Hand langsam und ruckweise ein.
Ein vorsichtiges Festhalten der Schnur signalisierte mir den Anbiss eines Fisches und eine rot-goldene Schönheit wurde zum Fototermin geladen.
Als gegen Abend ein Schlupf von Köcherfliegen in Ufernähe einsetzte, tauschte ich die Nassfliege gegen eine dunkle Rehhaarfliege und neben weiteren Rotfedern konnte auch ein kleines Rotauge zum Biss verleitet werden.


Beim Fischen störte uns kein Zivilisationslärm. In der herrlichen Ruhe und teilweise Abgeschiedenheit dieser faszinierenden Wald- und Seenlandschaft findet der Besucher viel Erholung und Kurzweil. Mit mehr als 100 Seen bietet der Naturpark auch dem Fliegenfischer, der sein anglerisches Spektrum mit der Fischerei auf Seen bereichern möchte, ein weites Betätigungsfeld.

Ich jedenfalls werde öfter die Seen in Brandenburg besuchen und dabei keinesfalls die Fliegenruten vergessen!

Weitere Fotos finden Sie in der Fotogalerie hier: