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Mit Dirk an der Wupper

Die Wupper, ein 115 km langer Mittelgebirgsfluss, entspringt in der Ortschaft Börlinghausen bei Marienheide im Bergischen Land und mündet bei Leverkusen in den Rhein. Auf ihrem langen Wege durchfließt sie abwechslungsreiche Landschaftsformen.



Der Fischbestand der Wupper hat sich in den vergangenen Jahren durch die Verbesserung der Wasserqualität und die beharrlichen Naturschutz-, Besatz- und Hegeaktivitäten der ansässigen Angelvereine und Gewässerpächter deutlich verbessert.
Neben Weißfischen, Barben und Kleinfischarten kommen Bachforellen und Äschen in nennenswerter Anzahl und Größe vor. Selbst der Lachs und die Meerforelle wurden wieder durch das Wanderfischprogramm NRW heimisch gemacht.

Mein Fliegenfischerfreund Dirk aus Remscheid ist Mitglied im Bergischen-Fliegenfischer-Club. Dieser rührige Verein bewirtschaftet die Wupper vom Stadion / Zoo in der Stadt Wuppertal bis zur Einmündung des Morsbach in Solingen.
In diesem 15 km langen Pachtbereich durchfließt die Wupper ein relativ enges Tal und weist neben bebauten Teilstrecken auch einen vielfach naturnahen Charakter auf.

Dirk

Dirk

Immer wenn ich mit Dirk am Telefon sprach, schwärmte er von der guten Fliegenfischerei an „seinem“ Fluss. Ich müsse ihn unbedingt einmal zum Fliegenfischen dorthin als sein Gast begleiten. Er berichtete mir begeistert, dass er erst vor kurzer Zeit eine kapitale Bachforelle von über 50 cm Länge mit einem Streamer erbeuten konnte.

Gerne nahm ich seine Einladung zum Fliegenfischen an und am 31. 8. 2009 um 10.00 Uhr trafen wir uns bei herrlichem Sommerwetter auf einem kleinen Parkplatz in der Nähe des Flusses.
Nach herzlicher Begrüßung schlüpften wir in unsere Wathosen und machten unser leichtes Gerät einsatzbereit. Zunächst wollten wir in einem flacheren Flussbereich mit der Trockenfliege unser Glück versuchen und so banden wir die bewährten Rehhaarfliegen ans Vorfach und fischten watend flussabwärts.

Nach kurzer Drift der Fliege hatte Dirk den ersten Biss. Ein kleiner Döbel hatte sein Angebot prompt angenommen und wurde kurze Zeit später schonend in sein Element zurückgesetzt. Auch ich konnte im Schatten der überhängenden Bäume die ersten Bisse verzeichnen. Kleinere Bachforellen und Döbel nahmen vehement die Fliege und sorgten für Kurzweil.

Im seichten Wasser entdeckte ich beim Waten mehrere Flusskrebse, die sich unter Schwemmgut und Steinen versteckten. Einen Krebs fing ich mit meinem Unterfangkescher und lud ihn zum Betrachten und „Foto-Shooting" ein.

Die erhofften größeren Fische ließen sich im sonnendurchfluteten klaren Wasser aber nicht betören, so dass wir uns auf Anraten von Dirk entschlossen, nach der Mittagspause einen unterhalb liegenden Flussabschnitt der Wupper aufzusuchen. Dort fanden wir tiefere Rinnen und Gumpen gepaart mit schnellen Rieselstrecken vor, die wir mit der treibenden und bewegten Nymphe am sinkenden Polyleader befischen wollten.

Durch eine schnelle entomologische Untersuchung des Gewässergrundes durch Umdrehen einiger Steine, war die geeignete Nymphe schnell gefunden. Eine Imitation einer frei lebenden Köcherfliegenlarve sollte uns den Erfolg bringen.

Ich platzierte meine Nymphe in das tiefere ruhigere Wasser am Rande einer schnellen Fließe.
„Dieser sauerstoff- und deckungsreiche Abschnitt müsste doch ein idealer Standplatz einer großen Forelle sein, die hier mühelos auf heran treibende Beute lauern könnte“, waren meine hoffnungsvollen Gedanken.

Durch achtförmiges Bündeln der Fliegenschnur in der Schnurhand, unterstützt durch zusätzliches Rucken mit der Rutenspitze, verlieh ich der Fliege einen Bewegungsreiz, der das natürliche Schwimmverhalten einer Köcherfliegenlarve nachahmen sollte.
In diesem Moment spürte ich einen harten Schlag in meiner Fliegenrute, die sich abrupt zum Halbkreis bog. Die Fliegenschnur wurde mir blitzartig durch die Finger gerissen. „Mein Gott, ein großer Fisch!!“, rief ich zu Dirk herüber. Aber bevor Dirk reagieren und schauen konnte, war schon alles vorbei; der Fisch hatte sich vom widerhakenlosen Haken befreit. Etwas enttäuscht von diesem schnellen negativen Ausgang des Drills kurbelte ich die lose Fliegenschnur auf die Rolle und ging zu Dirk herüber, der mich mit netten tröstenden Worten empfing.

Wupperforelle

Wupperforelle

Einige schöne Bachforellen, Äschen und Döbel konnten wir an diesem Tag noch von unseren Fliegen überzeugen. Selbst eine Elritze nahm eine Nymphe ungestüm und konnte sicher gelandet werden :-).

Insgesamt war mein Ausflug an die reizvolle Wupper ein wunderschönes Erlebnis, für das ich Dirk noch heute sehr dankbar bin.


Günni Sareyka